Das erste Mal: Schleifstein abrichten

24. November 2014

Ich habe vor ein paar Wochen angefangen, mich mit dem Schärfen meiner Werkzeuge auseinander zu setzen, Anleitungen gibt es ja genug. Mein Ziel ist klar, Schärfen darf keine große Sache sein und muss ganz selbstverständlich in die Arbeitsabläufe mit eingebaut werden.

Meine erste Erkenntnis: herantrauen und üben, nicht so viel lesen und theoretisieren. Ich werde hier bald etwas zu meinen ersten Schärferfahrungen schreiben.

Meine zweite Erkenntnis, passt gut zur Ersten: regelmässig die Werkzeuge schärfen ist schonmal gut, aber die Steine müssen genauso regelmässig abgerichtet werden.

Jedenfalls habe ich in den letzten Tagen einigermaßen erfolgreich ein paar Werkzeuge geschärft. Damit meine ich, subjektiv schärfer als vor dem Schärfen. Was richtig gut geschärft ist, das kann ich noch gar nicht beurteilen. Danach habe ich lange an einem alten Stecheisen mit tiefen Scharten herumgearbeitet, aber das war irgendwie unbefriedigend und ich habe das nach einiger Zeit frustriert aufgegeben.

Ein Tag später versuche ich mich an einem Hobeleisen und das Ergebnis sieht nach kurzer Zeit so aus:

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Was ist das denn für ein Murks!?

So sieht das aus, wenn man ignoriert, dass die Steine überhaupt nicht mehr plan sind. Ein Bogen an der frisch schliffenen Stelle zeigt deutlich, dass der Stein in der Mitte eine Kuhle hat. Das konnte man auch schon gut mit bloßem Auge sehen, ich hatte aber die oft genannte Fliese oder Glassscheibe noch nicht, auf der ich die Steine abrichten möchte und einfach mal mit dem Schärfen weitergemacht.

Inzwischen habe ich mir eine 30×30 Granitfliese besorgt. Falls du, wie ich, keine Restfliese findest: man kann einzelne Fliesen bei eBay-Händlern bestellen. Meine hat 3 Euro + Versand gekostet. Und gestern Abend konnte ich dann endlich mit dem Abrichten anfangen.

Vor dem Abrichten

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Die Kuhle in der Mitte ist deutlich zu sehen (Klick für größeres Bild)

Nach kurzer Zeit

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Schon besser!

Das Zwischenergebnis nach 1-2 Minuten sieht schon viel besser aus. Bis der ganze Stein wieder plan war, dauerte es noch etwas. Die Bilder zeigen die 400er Seite, die 1000er Seite sag optisch nicht ganz so schlimm aus (aber mit der habe ich das arme Hobeleisen geschliffen).

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Utensilien zum Schleifstein abrichten

Meine Utensilien zum Abrichten: Granitfliese, 180er Naß-Schleifpapier und eine Unterlage. Das ging wirklich gut von der Hand, ich werde die Körnung des Schleifpapiers zukünftig mal variieren.

Wer eine richtige Anleitung zum Abrichten von Wassersteinen sucht, findet auf dieser Seite ein Video. Das Aufmalen eines Gitters fand ich sehr praktisch, aber anders als im Video habe ich das Papier nass gemacht und benutze auch kein Siliziumkarbid-Pulver.

Außerdem habe ich mir für mein Schärf-Setup eine Kunststoffunterlage bestellt, nachdem mir Tom netterweise auf die Sprünge geholfen hat, wo man die bekommen kann.

Heute Abend habe ich mir vorgenommen das arme Hobeleisen auf den planen Steinen so gut ich es kann zu schärfen.

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2 Kommentare zu “Das erste Mal: Schleifstein abrichten

  1. Einzelne Fliesen bekommt man in Baumärkten oft kostenlos wenn man beim einkaufen fragt ob man eine Musterfliese mitnehmen darf. So hab ich es gemacht

  2. ich habe so eine diamantschleifplatte mit (ich meine) so ca. 240er körnung zum abrichten. der grund ist einfach bequemlichkeit. das hat über die höheren kosten gewonnen. die schleifsteine ziehe ich vor jedem schleifvorgang immer über die platte. dadurch müssen die immer nur ganz wenig abgerichtet werden und ich habe da eigentlich keine arbeit mit.

    grundsätzlich gehe ich nach der methode, die auf youtube bei holzwerken-tv vorgestellt wird, vor. also mit ner lehre den wickel ausrichten und dann freihand schleifen. das geht mit ein wenig übung recht gut und nimmt nicht viel zeit in anspruch.

    gruß karsten

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